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Rasende Geschwindigkeit und aufgewirbelter Staub sind die Assoziationen, die sich bei dem Gedanken an einen Sturm einstellen. Ist es da nicht eine reizvolle Vorstellung, eine solche Naturgewalt mit den eigenen Händen kontrollieren zu können? Mit dem E-Firestorm 10T will HPI diese Möglichkeit jedermann zur Verfügung stellen. Laues Lüftchen oder heißer Orkan – wir wollten es ganz genau wissen. 2WD-Stadiumtrucks im Maßstab 1:10 gehören einer der traditionsreichsten Klassen im Offroad-Bereich an. Der amerikanische Hersteller HPI spricht hier bereits seit Langem ein gehöriges Wort mit. So war dann die Vorstellung des Firestorm 10T mit Verbrenner-Antrieb eigentlich die logische Konsequenz aus dem Anspruch heraus, die Modellpalette auf einem technisch modernen Niveau zu halten. Eine Premiere ist ein solcher HPI-Truck mit einem Elektromotor im Heck. Der E-Firestorm 10T bildet den Einstieg in die Klasse der heckgetriebenen 1:10-Elektro-Stadiumtrucks. Bash or Race? Entscheidet man sich für die kürzere Ausführung, also einen Sechszeller mit 7,2 Volt, so kann dessen Position nach vorn oder hinten verlagert und so eine Verschiebung des Schwerpunkts erreicht werden. Neben einem Druckbügel mit Rändelschrauben sorgen dann Blöcke aus Schaumstoff vor und hinter dem Akku für einen sicheren Halt. In Fahrtrichtung links sitzt der elektronische Fahrregler mit passivem Kühlkörper, den rechten Platz nimmt der Empfänger ein. Vorn wurde schließlich das Lenkservo platziert. Die Aufhängung des Modells wurde fast ausschließlich mit Kunststoff-Komponenten bewerkstelligt. Vier Öldruck-Stoßdämpfer mit Rändel-Justierung können oben an jeweils drei, unten an jeweils zwei Positionen befestigt werden. Dies gilt sowohl vorn, als auch hinten. Sie verbinden die Kunststoff-Dämpferbrücken mit den langen, filigran wirkenden Schwingen aus dem gleichen Material. Spur und Sturz werden durch Rechts-links-Gewindestangen aus Stahl eingestellt. Ein Racer Vielmehr sind alle Zahnräder im Inneren aus Stahl gefertigt. Dieser Umstand erhöht natürlich das Gewicht und die trägen Massen erheblich. Andererseits wird so aber eine enorme Standfestigkeit erreicht. Vor allem im Hinblick auf die sich immer stärker verbreitenden Brushless-Motoren ein sehr wichtiger Faktor. Wer einmal einen Blick in das Getriebe des E-Firestorm geworfen hat, der ist versucht, von einer „Bulletproof-Ausführung“ zu sprechen. Es ist tatsächlich schwer vorstellbar, dass irgendeine auch nur halbwegs sinnvolle Motorisierung in der Lage ist, die Stahlkomponenten zu knacken, zumal ja auch noch ein Slipper schützt. Dies wird noch durch den Umstand verstärkt, dass ein Differenzial in Kegel-Bauweise gewählt wurde. Gegenüber den sonst häufig verbauten Kugeldiffs ist das sicher die stabilere Variante, vor allem mit den verbauten Spider-Rädchen aus Stahl. Doch ein Basher Als Lenkservo begegnet uns ein alter Bekannter, das HPI SF-1 mit Kunststoff-Getriebe, das schon oft in Testmodellen gesichtet wurde. Beim Einsatz in einem leichten, heckgetriebenen Modell ohne Antriebseinflüsse an der Lenkung könnte jedoch durchaus ein anderes Ergebnis als eigentlich erwartet zu verzeichnen sein. Voreingenommenheit war also fehl am Platze. Die Praxis sollte endgültige Gewissheit bringen. So wurde also der Fahrakku eingelegt und die Funke sowie Empfänger eingeschaltet. Nun musste der E-Firestorm zeigen, ob er halten konnte, was der Name verspricht. Abfahrt Die Reifen des Modells erzeugten auf Gras, Asphalt und im tieferen Sand einen guten Grip. Auf Schotterboden hingegen wäre eine weichere Mischung mit feineren Noppen die richtige Wahl gewesen. Unter dem Gesichtspunkt der Allround-Fähigkeit aber ist das weite Einsatzgebiet in puncto verschiedener Böden, auf denen die Pneus gut funktionieren, vollkommen zufrieden stellend. Das grundsätzliche Fahrverhalten des Modells erwies sich als typisch für einen Hecktriebler: Beim Durchrollen von Kurven verhielt sich der E-Firestorm gutmütig und neutral mit Tendenzen zum Übersteuern. Wurde in einer Kurve beschleunigt, sorgten die entlasteten Vorderräder dafür, dass der Truck untersteuernd nach außen schob. Mit etwas Übung können Kurven so ohne Änderung des Lenkeinschlags nur mit dem Gasfinger optimal durchfahren werden. Das Flugverhalten des Modells zeigte sich gut einschätzbar. Es ist allerdings ratsam, kurz vor dem Absprung vom Gas zu gehen, da die konstruktionsbedingte Hecklastigkeit ansonsten dafür sorgt, dass das Modell nach hinten wegkippt. Korrekturen in der Luft sind bei einem 2WD nur eingeschränkt möglich, da nur mit zwei Rädern korrigierende Drehmomente erzeugt werden können. Nach einigen Versuchen war das Modell aber optimal beherrschbar. Keine Bürsten, viel Power Interessant an dieser Kombination ist die simple Vorgehensweise bei den Fahrvorbereitungen: Motor rein, Regler rein, Kabel zusammengesteckt – fertig. Löten oder Setupeinstellungen sind nicht nötig, was die Einsteigerfreundlichkeit des Sets sehr hoch hält. Dies harmoniert perfekt mit der Ausrichtung des Firestorms. So gestärkt ging es dann auf die Piste. Der Unterschied in der Leistungsabgabe war vom ersten Augenblick an zu spüren. Der Eraser wies gegenüber dem durchaus ordentlich laufenden Firebolt-Motor eine Mehrleistung von geschätzten 30 bis 40 Prozent auf. Das Car zeigte jetzt so richtig, was in ihm steckt. Auf dem griffigen Teppich bauten die Reifen hervorragende Traktion auf. Da die Höchstgeschwindigkeit des Modells auf der winkeligen Strecke nicht wirklich genutzt werden konnte, wurde das serienmäßige 19er-Motorritzel kurzerhand gegen eine Variante mit 16 Zähnen getauscht. Damit legte der Truck in der Beschleunigung nochmals eine Schippe drauf. Die Fahrleistungen waren schlichtweg beeindruckend, ebenso die Feinfühligkeit des Reglers. Weder er noch der Motor überschritten während des Rennens Maximaltemperaturen von 45 Grad Celsius. Mit dem 4.200er-LRP-Akku wurden Fahrzeiten von 15 Minuten erreicht, was etwa vier Minuten über denen des Firebolt-15-Turn-Motors liegt. Der ohnehin schon positive Eindruck des HPI-Modells wurde durch den maximalen Fahrspaß mit dem Brushless-Set nochmals deutlich erhöht. Einziger Wermutstropfen war jetzt allerdings das SF-1-Lenkservo. Hatte es beim Outdoor-Bash noch recht brauchbar funktioniert, so war es mit der winkeligen, traktionsreichen Teppichstrecke in Kombination mit den hohen Fahrleistungen etwas überfordert. Schäden gab es nach zirka 20 gefahrenen Akkuladungen keine. Der Verschleiß reduzierte sich auf minimale Abnutzung an den Cups des Differenzials. Allzweckmobil
Text und Fotos: Oliver Tonn |
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