Headline

In der Arena der mittlerweile fest etablierten 1:8er-Truggys ist ein weiterer Kämpfer in die Profiliga aufgestiegen. In der Klasse der Mittelgewichtler hatte sich der bis dahin gefürchtete Thunder Tiger ST-1 einen Namen gemacht und vor keinem Kräftemessen auf der Piste zurückgeschreckt. Nun tritt er in der Pro-Version eine Liga höher an, um seinen Siegeszug fortzuführen.

Ein guter Techniker benötigt in der Regel lediglich einen Feinschliff, um ihn noch effektiver zu machen. Er muss schnell, kräftig, robust und charakterstark sein, um seine Prüfungen zu bestehen. Dies scheint beim ST-1 Pro gelungen. Frisch und voll austrainiert wartet er als reine Baukasten-Version auf seine zweite Chance, sich seinen Gegnern mit neuem Mut entgegenzustellen. Doch was gibt ihm das Zeug zum Profi? Wodurch hebt sich die neue von der alten Version ab? Schauen wir uns seine Performance an und warten das Ergebnis der Punktrichter ab.

Aufwärmen
Um einen starken Auftritt hinlegen zu können, muss jeder Sportler hart trainieren und sich hundertprozentig auf seine Aufgabe vorbereiten. Kein Problem. Der ST-1 Pro ist sogar sehr gut vorbereitet und wird in einem übersichtlichen Baukasten ausgeliefert, dessen Inhalt wie gewohnt gut sortiert auf die Montage wartet. Wer Erfolg haben will, muss international auftreten. Die großzügig bebilderte Anleitung ist aus diesem Grund in englisch, was aber kein Hindernis darstellt, da jede der CAD-Zeichnungen eine klare Anweisung an die zukünftigen Trainer gibt, welche Behandlung ihr neuer Schützling gerade benötigt. Eine Liste mit Option-Parts bietet zudem die Möglichkeit, durch die Einnahme von legalen Mitteln den Kampfgeist des Tigers noch stärker zu machen.

Durch die separat verpackten Einheiten des Baukastens sind die Veränderungen nicht gleich auf den ersten Blick zu erkennen. Doch die CFK-Teile ließen nicht lange auf sich warten. Das Mitteldifferenzial ist das erste, das von der Abmagerungskur profitierte. Passgenau gefertigt und fachmännisch montiert, macht es nun einen sehr sportlichen Eindruck. Die Dämpferbrücken sind durch CFK ebenfalls gewichtsreduziert und bereit für den Spagat der Aluminium-Stoßdämpfer. Der einstellbare Servosaver versteckt sich nun unter der gewichtsreduzierten CFK-Topplate, während sich der Kohlefaser-Ackerman auch sichtlich in der Leichtgewichtsklasse wohlfühlt. Um Schläge von Piste und Gegner auffangen beziehungsweise abwehren zu können, wurde die Defensivtechnik erheblich verbessert. An der Vorderachse sind neben extrem stabilen oberen Querlenkern auch die aus Aluminium bestehenden rot eloxierten Querlenkerhalter neu. Das zeugt von Nehmerqualitäten. Titan ist hart und zäh und deshalb bestens geeignet für die Pivot-Ball-Aufhängung. Das stufenlos und präzise einstellbare System ist damit vor einem technischen K.o. absolut sicher. Ein sattes Plus für das Gleichgewicht ist der Heckflügelhalter, der sonst optional dazu bestellt werden musste. Mehrteilig aufgebaut und mit reichlich Schrauben fest montiert, bietet er dem ST-1 Pro in Verbindung mit dem Heckspoiler ein optimales Flugverhalten, wenn er durch erstklassige Weitsprungtechnik den Bodenkontakt verliert.

Outfit
Ein richtiger Athlet braucht auch ein perfektes Outfit. Hier wurden sämtliche silbernen Aluteile farblich der Chassisplatte angepasst und erstrahlen nun in einem einheitlichen Braunton. Um dem tiefliegenden Mitteldiff genügend Schutz für das Hauptzahnrad bieten zu können, ist die Aluplatte auf der Unterseite des Chassis eine sehr gute Lösung. Die Kolbenstangen der Dämpfer sind durch Gummiüberzieher – so genannte Stoßdämpfer-Socken – vor Staub und Dreck geschützt. Wie es für Profis absolute Pflicht ist, lassen sich die Positionen der Dämpfer in unendlich vielen Varianten anordnen. Die Lexan-Karosserie ist transparent und kann dadurch individuell mit Trikotwerbung versehen werden. Ein weißer Flügel sowie weiße Felgen bilden den Kontrast zu dem durch Kunststoff und Kohlefaser auf schwarz getrimmten Fahrzeug.

Zudem verfügt der ST-1 Pro über die technische Klasse seines Vorgängers. Vierspider-Differenziale vorne, hinten und in der Mitte. Am vorderen und hinteren Diff kommen außerdem schrägverzahnte Tellerräder zum Einsatz. Der gesamte Antrieb erfolgt über Kardanwellen. Doppel-Bremsscheiben verzögern das Modell zuverlässig nach jedem Sprint und Kugellager garantieren einen leichten Lauf an allen rotierenden Teilen. Eine zusätzliche Versteifungsstrebe neben der Aussparung für die Schwungscheibe in der Chassisplatte sorgt neben der vorderen- und hinteren Chassistrebe für den kleinstmöglichen Flex der Bodenplatte. Der Frontrammer kommt einem Mundschutz gleich. Der große, zweiteilige Luftfilter beatmet staubfrei den Motor, der aber – wie die Elektronik auch – bei jedem Spitzensportler separat erworben werden muss.

Sparring
Die Bauphase erklärt sich von selbst. Alle Schritte sind detailliert beschrieben und gut bebildert. Hinweise zur Sicherung von Schrauben sind an den wichtigen Stellen vorhanden und auch eine Empfehlung zur Befüllung der Differenziale mit Silikonöl findet sich in der Anleitung. Zügig wächst das Modell mit jedem neuen Bauabschnitt. Die sehr gut vorgefertigten und sortierten Elemente helfen dabei ungemein. Spätestens bei der Montage der Vorderachse ist die Zugehörigkeit des ST-1 zur Wettbewerbsklasse unverkennbar. Die Kombination aus Kohlefaser und den neuen oberen Race-Querlenkern zeigt sofort, dass hier ein echter Fighter entsteht. Die Montage geht schnell von der Hand und stellt für schon bausatzerfahrene Piloten keine große Schwierigkeit dar.

Ring frei zur ersten Runde. Der ST-1 Pro ist mittels des Setups aus der Anleitung sehr ordentlich ausgestattet. Für den Vortrieb verantwortlich war ein RB S7 mit 3,5 Kubikzentimeter Hubraum, der in Kombination mit einem Masterfix-Resonanzrohr von Mielke ein echtes Powerpaket ergibt. Schon durch müdes Husten ist dieses Triebwerk bestens in der Lage, den frisch geborenen Profi exzellent anzufeuern. Das Fahrverhalten ist wie schon vom Vorgänger gewohnt gut und direkt. Willig reagiert der ST-1 Pro auf die Anweisungen seines Trainers. Eine schnelle Gerade macht ihm nichts aus. Unebenheiten und Schläge gegen das Fahrwerk steckt er ganz locker weg. Rechte oder linke Haken führt er blitzartig und präzise aus, selbst im Flug bleibt er konzentriert und jederzeit Herr der Lage. Der Heckflügel fällt zwar optisch recht schmal aus, erfüllt aber erstklassig seinen Zweck. Zudem ist er robust genug, Überschlägen durch überhastete Aktionen an der Steuereinheit standzuhalten. Viele Anstellmöglichkeiten sind auch hier geboten. Mehr oder weniger Anpressdruck kann also je nach Belieben schnell und unkompliziert eingestellt werden und macht sich sofort bei größeren Sprüngen bemerkbar. Ein Profi sollte sich sowieso immer den Gegebenheiten anpassen. Das ist mit dem ST-1 Pro absolut problemlos. Alle Teile sind gut erreichbar und bieten viel Platz zum Experimentieren.

Die Liga der Renntruggys ist also um einen Mannschaftskameraden gewachsen und sollte sich vor diesem aufstrebenden Leistungssportler in Acht nehmen. Der ST-1 Pro ist ein Hightech-Truggy für erfahrene Piloten mit hohen Ansprüchen an die Fahreigenschaften, das Setup und das Material.


Kohlefaser findet sich an vielen Stellen der Pro-Version. Das Mitteldiff profitiert unter anderem von der Gewichtsreduzierung


Alle Differenziale sind mit der robusten Vierspider-Technik ausgestattet und garantieren äußerste Stabilität


Die Anlenkplatte und der Ackermann in stylisch schwarzem CFK


Die Pivot-Ball-Aufhängung kann stufenlos verstellt werden und ist durch Kugeln aus Titan für den Offroad-Einsatz bestens gerüstet


An der Vorderachse sind neue, extra stabile obere Querlenker verbaut. Sie sorgen für exakte Spurtreue und präzises Einlenkverhalten


Heckflügel und dazugehöriger Halter waren in der Vergangenheit nur optional zu bekommen. Nun zählen auch sie zum Standard


Klebeband auf der Innenseite der Reifengummis ist ein sehr gute Methode, das Aufblähen der Räder bei Vollgas zu verringern


Komplett: Das fertige Chassis des ST-1 Pro wartet auf seine Karosserie


Die Karosse ist passgenau und bietet viel Schutz für das Innenleben des ST-1 Pro.


Schnittig und bereit zum Angriff: Der Thunder Tiger wartet auf seine Gegner

Diesen Beitrag und noch viel mehr finden Sie in RC-Truggy-Action, Ausgabe 2007.
Das komplette Inhaltsverzeichnis finden Sie hier.

Zur Heftbestellung bitte hier entlang.


CARS & Details