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Populär sind sie allemal, die 1:10er-Stadiumtrucks von HPI. Besonders in der Ausführung als RTR-Set waren sie seit dem ersten Modell dieser Reihe wahre Kassenschlager. Kein Wunder, denn das Konzept ist stimmig. Komplette Montierung, einfache Bedienung, leichte Wartung und durchweg gute Stabilität im Offroadeinsatz, zeichnen diese Modellserie aus.
Nachdem HPI zunächst den Nitro MT auf den Markt brachte, folgte einige Zeit später der mittlerweile sehr beliebte Klassiker Nitro MT 2. Nun wächst die Familie erneut. Mit dem MT 2 G3.0 - 3.0 stehen in diesem Fall 3.0 Kubikzentimeter zur Verfügung, was in der Praxis bedeutet, dass das Modell mit brachialen 1,5 PS auf gut 70 Kilometer pro Stunde beschleunigt wird. Der Vorgänger MT 2 hatte nur die standardisierten 2,5 Kubikzentimeter. Somit verspricht der jüngste Spross zusammen mit dem Allradantrieb schon im Vorfeld jede Menge Spaß im Gelände.
Größer, schneller, besser
Neben dem stärkeren Motor hat HPI noch einige andere grundlegende Sachen geändert und somit die Qualität der dritten MT-Generation weiter erhöht. Dazu gehört auch der neue Tank, der nun 100 statt 75 Milliliter wie im MT 2 fasst. Die eigentliche Art des Tanks hat sich bis auf die Tatsache, dass bei der neuen Variante auf eine Pumpe verzichtet wurde, nicht verändert. Ebenfalls neu ist das Resorohr. Früher aus Kunststoff, ist es nun aus Aluminium gefertigt. An der Form wurde allerdings nicht viel modifiziert. Anders sieht es hier beim neu entwickelten Zweiwege-Luftfilter aus. Dieser verspricht eine bessere Filterwirkung bei gleichzeitig weniger Widerstand – das G3.0-Antriebsaggregat kann also besser atmen und nimmt dabei weniger Schmutz auf. Alle Veränderungen zielen also auf mehr Fahrspaß ab – zum einen durch die verlängerte Fahrzeit und zum anderen durch die größere Leistung. Designtechnisch wurden ebenfalls einige Kleinigkeiten modifiziert. Die Form der Felgen ist etwas anders und auch ein kleines Facelifting mit bulligerem Kühlergrill und größeren Scheinwerfern wurde dem MT 2 G3.0 verpasst.
Die Qualität ist für diese Preisklasse durchaus gut, doch bietet das Chassis gerade im Bereich der Radaufhängungen kaum Einstellmöglichkeiten. Dies ist jedoch im Hinblick auf die Zielgruppe – nämlich Einsteiger – genau richtig, denn wer wenig einstellen kann, kann auch wenig falsch machen. Die Spur lässt sich gar nicht verändern, der Sturz nur durch „Umschrauben“ der Spurstangen. Rechts-links-Gewindestangen sucht man hier vergeblich. Spur und Sturz sind von Haus aus so eingestellt, dass sie in fast jeder Lebenslage optimal passen. Selbst wenn dies nicht der Fall wäre, sollte es RC-Car-Neulinge nicht stören, da sie beim „Rumheizen“ auf dem heimischen Acker wohl kaum irgendeine Veränderung feststellen würden. Das Modell ist des Weiteren in zwei Versionen lieferbar: Zum einen mit Rotostart-System und zum anderen mit einfachem Seilzugstarter, wie er im Testmodell vorhanden ist.

Das Chassis des MT-2 G3.0 ist ein für diese Kategorie von Modellen typisches Flachchassis
Weichteile
Auffällig ist die Flexibilität der Kunststoffteile, die stark belastet werden – zum Beispiel die Querlenker oder die Spurstangen. Sie lassen sich ohne große Probleme stark verbiegen und zeigen nicht einen Hauch von Bruchgefahr. Ein ebenfalls wichtiger Faktor für Anfänger, da diese Bauteile kleine Bordsteinrempler problemlos verzeihen. Und wenn doch einmal etwas zu Bruch geht, hält sich der finanzielle Aufwand immer deutlich in Grenzen.
Da es sich um ein RTR-Set handelt, sind natürlich auch sämtliche RC-Komponenten enthalten. Die Pistolen-Fernsteuerung verfügt über alle wichtigen Einstellmöglichkeiten, wie Servoreverse, Trimmung und einstellbaren Lenkausschlag. Die Ausführung ist sehr einfach, aber funktionell. Zum Betrieb des Senders werden acht Mignonzellen benötigt. Der Dreikanal-Empfänger ist ebenfalls einfach, aber ausreichend. Gesendet wird im 27-Megahertz-Band und die Frequenz des mitgelieferten Quarzes ist groß auf der RC-Box vermerkt, damit beim Fahren mit zwei oder sogar mehreren Kollegen auf der Rennstrecke keine Probleme auftreten. Die beiden Servos der Standardgröße verfügen über Kunststoffgetriebe, kommen aber dennoch mit den Belastungen im Fahrbetrieb sehr gut zurecht. Sinnvoll ist die Befestigung des RC-Trägers: Er ist mit nur drei Karosserie-Klipsen installiert und kann dementsprechend schnell demontiert werden, um das Modell zu reinigen oder Wartungsarbeiten durchzuführen.
An der Lenkung sowie auf Gas und Bremse befinden sich jeweils die gleichen Servos vom Typ HPI SF-1. Die Lenkung ist schön direkt und der Servosaver befindet sich auf dem Servo und nicht wie sonst üblich am Umlenkhebel von Servogestänge zum Lenkgestänge. Auch bei der Lenkung wurde auf Rechts-links-Gewindestangen verzichtet, sodass man hier ebenfalls nichts einstellen kann.
Eine weitere kleine Besonderheit findet sich am Gas-/Bremsservo. Das Gasgestänge ist fest mit der Drossel verbunden und nicht – wie herkömmlich – so angebracht, dass sich eine Spiralfeder beim Bremsen gegen den Drosselhebel des Motors drückt. Die HPI-Lösung sieht so aus, dass Gas- und Bremsgestänge nicht im selben Servoarm eingehängt sind, sondern dieser quasi zwei Etagen hat. In der oberen „Etage“ ist die Anlenkung für das Gas und in der unteren für die Bremse. Fest mit dem Servo-Zahnkranz verbunden ist nur der untere Hebel mit dem Bremsgestänge. Das oben angebaute Gasgestänge ist über eine Metallfeder mit dem unteren Hebel verbunden. Beim Bremsen bleiben beide Hebel kongruent, bis sich die Drossel vollständig am Anschlag befindet. Dann bleibt der obere Hebel stehen und der untere dreht sich weiter. Dabei spannt sich die Feder zwischen den Hebeln. Löst man nun die Bremse, geht das Servo wieder in Neutralstellung und die Feder entspannt sich, sodass die Hebel wieder übereinander gestellt werden. Bei unserem Testmodell musste allerdings die Servoschraube etwas gelöst werden, weil sich die Feder leicht verkantete und so der Gashebel beim Lösen der Bremse nicht durch die Feder in Neutralstellung gehalten wurde, sondern etwa auf Halbgas hängen blieb. Zwar konnte man dieses Problem mit einem kurzen Gasstoß lösen, doch im Zweifelsfall will man nach dem Bremsen auch stehen und nicht erst Gas geben müssen, um den verklemmten Servoarm zu lösen. Alles in allem aber ein gutes Prinzip.
Fix und fertig
Der Antriebsstrang besteht aus einer zweckmäßigen Zweibacken-Kupplung, die die Kraft des Motors auf ein sehr wuchtiges Hauptzahnrad überträgt. Darin integriert ist der Slipper, der den gesamten Antrieb bei übermäßiger Krafteinwirkung entlastet. Auf ein Mitteldiff wurde dafür gänzlich verzichtet. Die Knochenwellen, die vom Hauptzahnrad nach vorne und hinten führen sind ebenfalls gut bemessen. Bei den Antriebsknochen, die von den Diffs zu den Rädern führen, fiel auf, dass die hinteren Wellen zirka 3 Millimeter Spiel nach rechts und links haben. Vorne hat man dies Problem einfach durch simple O-Ringe gelöst. Besonders störend ist diese Lücke zwar nicht, doch zum einen wird der Verschleiß stark zunehmen und zum anderen entstehen dadurch zusätzliche Rollgeräusche beim Fahren. Ein wenig unkonventionell ist die Befestigung des Druckluftschlauchs am Alu-Reso. Hier findet sich kein herkömmlicher Schlauchnippel, sondern einfach ein Loch, in das der Schlauch hineingesteckt wird. Das allerdings funktioniert einwandfrei.
Zu einem kompletten Readyset gehört natürlich auch noch eine Karosserie. Diese ist im Druckverfahren „schön bunt“ eingefärbt und passt gut zur Gesamterscheinung des Modells. Alle notwendigen Aussparungen sind bereits fertig gefräst und auch die Reste vom Tiefziehen sind schon werkseitig entfernt. Obwohl HPI schon relativ viele Aufkleber auf der Karosse aufgebracht hat, liegt dem Set noch ein Aufklebersatz bei und Sinnvollerweise legt HPI direkt noch ein paar Ersatzteile mit in den Karton, damit eventuelle Schäden schnell repariert werden können. Hier sind zum Beispiel die hinteren Achsschenkel, Karosserieklipse und diverse Schrauben vorzufinden.
Pistensau
In der Sandkuhle oder im Steinbruch fühlt sich der MT 2 G3.0 wie zu Hause. Der 4WD-Antrieb in Verbindung mit dem durchzugsstarken 3-Kubikzentimeter-Motor katapultiert das Modell förmlich nach vorne. Man muss schon einen feinfühligen Gasfinger haben, um den MT sicher durchs Gelände zu manövrieren. Das G3.0-Antriebsaggregat entfaltet seine volle Leistung von Anfang an. Die Servos reagieren flott und präzise auf alle Steuersignale. Die relativ weichen Geländereifen finden immer eine Stelle im Terrain, wo sie zupacken können. Die Stoßdämpfer wurden beim Testmodell mit den beiliegenden Spacern auf härtester Stufe fixiert und auch die Karosserie wurde um rund 5 Millimeter höher gelegt, damit die Bodenfreiheit möglichst groß ist. So kommt man besser durchs raue Gelände, aber es kann auch mal passieren, dass das Modell regelrecht „davon hoppelt“, da ein leichter Aufschauklungseffekt festzustellen ist. In den Kurven verändert sich durch das härtere Fahrwerkssetup natürlich auch das Fahrverhalten leicht. Sprünge über kleine Hügel sind gar kein Problem für das Fahrwerk. Mit gezieltem Einsatz von Gas und Lenkung kann man sogar in der Luft noch leichte Steuerkorrekturen vornehmen.
Text und Fotos: Jan Schnare |

Die Stoßdämpfer lassen sich nur über die beiliegenden Spacer verstellen. Bei uns kamen alle Spacer zum Einsatz, um die beste Geländegängigkeit zu erreichen

Der neue Tank fasst ein Viertel mehr als der des Vorgängermodells

Die Spurstangen und die oberen Querlenker sind leider nicht mit Rechts-links-Gewindestangen versehen und bieten daher nur wenige Einstellmöglichkeiten

Fällt sofort ins Auge: Der neue Zweiwege-Luftfilter
für leichteren Durchzug

Hier versteckt sich der Servosaver
direkt auf dem Servo

Praktisch: Mit nur einem Klip kann
man die Akkuabdeckung entfernen
und mit zwei weiteren Klipsen gleich
den ganzen RC-Träger

Das Hauptzahnrad mit integriertem Slipper wirkt äußert robust und ist doppelt kugelgelagert

Die wichtigste Neuerung am G3.0 ist natürlich das Poweraggregat mit sagenhaften 1,5 PS

Selbst in leichtem Gelände klebt der MT 2 G3.0 noch gut an der Erde

Einmal aufs Gas tippen und schon geht es vorwärts

Auch Sprünge sind für den MT 2 G3.0
kein Problem, der Motor hat ausreichend Power, um den Geländewagen in den Himmel zu katapultieren
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